Integrationsrat firmiert künftig als "Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration (ACI)"
- fatmadiksu
- 26. Nov. 2025
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Bei den Kommunalwahlen im September wurde auch der Integrationsrat neu gewählt. Künftig entsenden die Internationale Liste sechs Vertreter, Mosaik vier und der Türkische Arbeitnehmer-, Hilfs- und Kulturverein sowie die Alevitische Gemeinde je zwei Vertreterinnen und Vertreter in das Gremium. Außerdem wurden sieben Mitglieder des Stadtrates in das Gremium entsandt. In Folge einer Novellierung der Gemeindeordnung NRW heißt das Gremium künftig „Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration“ kurz „ACI“.

Die konstituierende Sitzung fand am vergangenen Dienstag, unter großer Beteiligung im Großen Sitzungssaal des Rathauses statt. „Sie alle stehen für ein friedliches Zusammenleben in unserer Stadt“, betonte Bürgermeister Theo Mettenborg in seiner Ansprache. Wenn man in die Welt schaue, sehe man, dass es längst nicht selbstverständlich sei, dass man sich kümmern, Menschen aus fremden Ländern integriert und sie wertschätzt. „Ich würde mir wünschen, dass der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration weiterhin auf einer guten und freundschaftlichen Basis zusammenwirkt. Schön, dass Sie sich bereit erklären mitzumachen“, bedankte sich Mettenborg, der bis zu den Wahlen die Sitzung leitete.
Nicht nur Fatma Diksu, die als Integrationsbeauftragte dem Ausschuss zur Seite steht, sondern alle Anwesenden, stellten sich kurz vor. Gemeinsam sprachen sie die Verpflichtungsformel, bevor es Vorschläge für die Vorstandswahl gab. Zohal Nour und Aziz Acar wurden aus der Versammlung vorgeschlagen. In einer geheimen Wahl bekam Zohal Nour 13 Stimmen und Aziz Acar 7 Stimmen. Somit hat die 44-Jährige den bisherigen Vorsitzenden Michel Gwosdek abgelöst. Die dreifache Mutter lebt seit 25 Jahren in Rheda-Wiedenbrück und hat die Stadt liebgewonnen, wie sie betont. Sie hat sich für den Ausschuss beworben, um noch gezielter Menschen anzusprechen, die Hilfe benötigen bei der Wohnungssuche, im Job, bei der Schulwahl oder generell bei anfänglichen Schwierigkeiten. Zur stellvertretenden Vorsitzenden wählten die 20 Stimmberechtigten Nesrin Pür und zum zweiten Stellvertreter Aziz Acar.
Michel Gwosdek bat darum, dass man wichtige Gründe, warum Menschen nicht zur Integrationswahl gegangen sind, mit in die nächste Wahl nehme. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 12 Prozent. Das sei durchaus noch ausbaufähig, meinte er. Man sollte das schon direkt mit in den Blick nehmen und nicht erst kurz vor den Wahlen.
In der vergangenen Wahlperiode war der Integrationsrat der Stadt Rheda-Wiedenbrück 19-mal zusammengekommen. Auf seinen Antrag werden seit 2023 jährlich der Integrationspreis verliehen und die Internationale Wochen gegen Rassismus mit einem vielfältigen Programm vor Ort organisiert. Auf Anregung des Integrationsrates wurde das Mahnmal „10+1 Bäume“ als neuer Zugang zum Park im Juni dieses Jahres offiziell eingeweiht und vor einem Jahr das muslimische Begräbnisfeld. Unter seiner Begleitung fand auch im Januar 2024 die erste Integrationskonferenz in Rheda-Wiedenbrück statt.
Viele Projekte, Ideen und Anregungen fanden ihren Ursprung im Integrationsrat, der von 15 auf 21 Mitglieder gewachsen ist. Mit einem eigenen Budget und einer Geschäftsordnung sind auch formal die Voraussetzungen für eine Weiterentwicklung in Rheda-Wiedenbrück gegeben – jetzt als Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration.

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